Posts Tagged ‘Weinanbau’
Der Klimawandel erfreut die deutschen Weinbauern August 3, 2010 | 05:51 pm

Wie die Weinernte ausfällt, hängt ganz vom Klima ab. Je wärmer, desto besser. Daher tut der Klimawandel den Weinbauern in Deutschland gutes.

Zwar klagen viele Landwirte über die Auswirkungen des Klimawandels, da trockene und heiße Sommer die Ernte oft vernichten, die Weinbauern aber freut es. Sonne und Wärme sind gut für die Weinernte, kommen die süßen Reben doch ursprünglich aus den warmen südlichen Gefilden Europas. So erfreuen sich die deutschen Winzer in den vergangenen Jahren über besonders reichhaltige und frühe Ernten, der Zuckergehalt fällt auch höher aus, als sonst.

© www.Rudis-Fotoseite.de / PIXELIO

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Die wärmeren Temperaturen infolge des Klimawandels laufe für die Weinbauern „absolut in die richtige Richtung”, so der Präsident des Verbandes deutscher Prädikatsweingüter (VDP), Steffen Christmann. In den 60er und 70er Jahren gab es so noch oft Reifeprobleme, die Sommer waren nicht warm genug, um die Trauben zur Vollreife zu bringen. „Jetzt erreichen wir jedes Jahr Vollreife und sind sehr glücklich darüber”, sagt Steffen Christmann. Sollte es infolge des Klimawandels zu warm werden, können die Bauern eingreifen: ein Laubdach über den Reben verhindert, dass die Weintrauben unter der starken Hitze verbrennen.

Durch die heißer gewordenen Sommer verändern sich auch die Anbaumethoden. In einigen Anbaugebieten an der Mosel suchen viele Winzer sogar schattenreichere Orte, um dem Wein die optimale Sonnendosis zu geben. Vor allem der Rotweinanbau profitiert von den neuen Bedingungen: zusätzliche Wärme sorgt hier für einen enormen Qualitätsschub.

Einzig der Eiswein bereitet den Winzern Probleme. Oft war es im November oder Dezember einfach nicht kalt genug, um Eisweintrauben zu ernten. Zudem steigt mit der zunehmenden Wärme die Gefahr des Schädlingsbefalls. Durch die milden Temperaturen siedeln sich jetzt Schädlinge in Deutschland an, die bislang nur in mediterranen Gebieten vorzufinden waren.

bedrohter Weinanbau Mai 25, 2010 | 02:03 pm
© Siegbert Pinger / PIXELIO

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Der Hochmoselübergang ist ein Bauprojekt welches bereits in den 60er Jahren beschlossen wurde. Damals wurde geplant eine Brücke zu bauen, die das gesamte Moseltal  überqueren sollte, um die Eifel mit dem Hunsrück verkehrstechnisch zu verbinden. Die Baukosten waren jedoch astronomisch hoch und so wurde das Projekt wegen Unfinanzierbarkeit wieder eingestellt. Immer wieder wurde über das Projekt in den letzten Jahren nachgedacht. Der Weltwirtschaftskrise und dem in Berlin beschlossenen Konjunkturpaket sei Dank graben seit Frühjahr 2009 an der Mosel die Bagger und der geplante Hochmoselübergang wird Wirklichkeit.

Die Brücke zwischen Eifel und Hunsrück wird 160 Meter hoch und 1,7 Kilometer lang sein. Insgesamt wird der Bau mehr als 250 Millionen Euro kosten. Schön für alle Autofahrer die gerne Ausblick haben, schlecht für zwei der wichtigsten Faktoren der Region: der Tourismus und der Weinanbau. Nicht nur das die Brücke eine atemberaubende Kulturlandschaft zerstört, sie quert auch genau die berühmtesten Weinlagen der Region. Denn an der Mosel liegen die Wehlener Sonnenuhr, das Graacher Himmelreich und der Ürziger Würzgarten. Allesamt gelten zu den absoluten Spitzenlagen der Weinwelt. Ihr empfindliches Mikroklima und der Wasserhaushalt würden durch die vierspurige Bundesstrasse der Brücke beeinflusst und gestört werden.

Viele Weinkenner und -kritiker sind auf die Barrikaden gegangen und mittlerweile ist der Protest gegen den Hochmoselübergang ein nationales Thema. Internationale Verfechter, neu gegründete Bündnisse und politische Größen wie Renate Künast oder Joschka Fischer versuchen den Bau Ruder erneut zu verhindern, damit die sensiblen Weinlagen der Moselregion nicht durch einen Stahlkoloss a `la BRD Wirtschaftswunder zerstört werden. Nähere Informationen unter zeit.de.

Wein Universität Mai 10, 2010 | 12:02 pm

An der Hochschule RheinMain in Geisenheim kann man Weinbau, Getränketechnologie und Weinwirtschaft studieren. Die Forschungsanstalt in Geisenheim ist eine der ältesten Einrichtungen des Wein- und Gartenbaus im deutschsprachigen Raum und hat seit ein paar Jahren verstärkten Zulauf.

Seitdem Wein zu einem Trendgetränk geworden ist, staunt Professor Hans Reiner Schultz in seinen Vorlesungen über die vermehrte Anzahl an Studenten in seinem Alter. Viele von ihnen stehen mit beiden Beinen im Berufsleben und träumen davon nach der Rente oder bereits früher sich den Traum eines eigenen Weinguts zu erfüllen. Das eigene Weingut hat viel mit Entschleunigung und Aussteigermentalität zu tun. Selbst die Medien glorifizieren diesen Trend. So nimmt sich der Film “Ein gutes Jahr” mit Russel Crow dem Thema an und selbst Gérard Depardieu produziert selbst Wein. All diese Einstellungen setzen Zeichen und finden viele Nachahmer, sagt Schultz. Unter den derzeit 1150 Studenten auf dem Campus sind über 50 Prozent Quereinsteiger, also Personen die in ihrem Leben noch nie etwas mit Wein oder Weinanbau zu tun hatten.

Seit Mitte der 90er-Jahre gibt es einen deutlichen Boom in der Weinbranche zu verzeichnen. Hatten vor 30 Jahren die Betriebe noch Schwierigkeiten Auszubildene zu finden, so gilt der deutsche Riesling heute als cool. Neuerdings gibt es sogar den Bachelorstudiengang “Internationale Weinwirtschaft” in Geisenheim, der vermehrt Studierende aus den nichtklassischen Weinregionen anzieht. So bewerben sich jährlich Weinfans aus Ost- und Nordeuropa für diesen Studiengang, was wohl mit dem Klimawandel und der sich nach Norden verschiebenden Grenze des Weinanbaus zu tun haben könnte, philosophiert Hans Reiner Schultz mit einem Lächeln auf den Lippen. Ein ausführlicher Artikel zu diesem Thema ist unter welt.de. zu finden.

seltener Dessertwein Mai 3, 2010 | 01:20 pm
© Moni Sertel / PIXELIO

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Der Rosenmuskateller ist ein Dessertwein, der auf einer Gesamtfläche von ungefähr 15 Hektar fast ausschließlich in Südtirol und im Trentino produziert wird. Der Rotwein, der nur in kleinen Flaschen abgefüllt wird, riecht nach Rosen und besitzt einen intensiven unvergesslichen Geschmack nach Muskat und Orangen. Am besten schmeckt er zu Mohn und kräftigem Käse.

Doch dieser Dessertwein ist nicht einfach herzustellen. Kellermeister Christian Werth beschreibt die Probleme, die diese Pflanze mit sich bringt: Die Traubensorte besitzt von Natur aus wenig Beeren, die auch noch im Laufe des Jahres abfallen. Die übrig gebliebenen Beeren, die erst im Oktober geerntet werden sind zwar klein und verschrumpelt, dafür jedoch mit vollem Geschmack und Aroma.Im Oktober verlieren sie nämlich ihre Feuchtigkeit und konzentrieren ihre Aromen. Bei feuchtem Wetter verfaulen sie schnell oder man muss sie monatelang auf Gestellen trocknen. Aufgrund der schwierigen Ausgangslage der Traube kommen Pro Jahr etwa nur 5000 Flaschen auf den Markt, die es nicht nur von der Promilleanzahl, sondern auch preislich in sich haben. Für 20 Euro bekommt man dann einen seltenen Schluck Wein, welcher den Gaumen verwöhnt. Die Produktion rechnet sich zwar nicht, aber die Südtiroler sind so stolz auf diese Seltenheit, dass sie den Rosenmuskateller jedes Jahr aufs Neue produzieren.

Renaissance des Wiener Weins April 28, 2010 | 01:26 pm

Wien ist die Großstadt mit den meisten Weingärten. Insgesamt  700 Hektar Reben blicken auf  eine lange Tradition zurück. Früher belieferte die Gemeinde Gumpoldskirchen, südlich von Wien, den kaiserlichen Hof um Franz Joseph I. und Sisi. Später kämpfte eine Winzergenossenschaft gegen die Flut an Gumpoldtskirchner Imitaten, da sich  in den 70er Jahren der gute Name der Region rumgesprochen hatte. Im Jahre 1999 machte endlich ein Gesetz mit diesen Plagiaten Schluss und die Region musste sich einen neuen Ruf aufbauen.

Die Händler vor Ort schlossen sich zusammen, berieten sich und hegen mittlerweile wieder das alte traditionsreiche Qualitätsdenken der Region. Ihr Stil ist moderner geworden, so dass eine neue Spezialität geschaffen wurde die aus vier Rebsorten gleichzeitig besteht und ein unvergessliches Geschmackserlebnis garantiert. Weiterhin gibt es in einem Weingut, wo früher Beethoven wohnte, zwei weiße Traubensorten die nur hier wachsen. Die Trauben des Rotgipfler und Zierfandler sind würzig und rauchig. Teilweise lassen sich Aromen von Bohnenkraut und Dill herausschmecken. Mittlerweile reißen sich wieder Busse voll Weintouristen um diese edle Tropfen.

Weinanbaugebiete in Deutschland – Teil 2 Januar 26, 2010 | 01:51 pm

Nahe: Ein mildes Klima sorgt auf der Naheweinstraße dafür, dass die Weine früh reifen und eine angenehme Säure entwickeln. Der “Edelschliff” präsentiert die Region: ein herausragender Riesling , abgefüllt in einer Designerflasche, geschmückt mit einem Edelstein aus Idar-Oberstein.

Pfalz: Mit mehr als 23.000 Hektar Rebfläche ist die Pfalz Deutschlands zweitgrößte Weinbauregion. Die weintouristische Route ist die älteste ihrer Art in der Welt. Erkundungen der Weinregion zwischen Pfälzerwald und Rhein sind zu Fuß oder mit dem Rad möglich.

Rheingau: Hier dominieren die Rebsorten Riesling und Spätburgunder. Da die Rheingauer Klöster schon frühzeitig Weinbau betrieben, entstand eine lange Weinbautradition. Die Rheingauer Weingütern haben bei vielen großen Adelshäusern eine sehr gute Reputation.

Rheinhessen: Die Region ist das größte Weinbaugebiet am Rhein.  Netzwerke wie “Message in a bottle” oder Vereinigungen wie Grosses Gewächs Rheinhessen, Selection Rheinhessen, Ecovin oder Wein vom Roten Hang halten das Dreieck um Mainz, Worms und Bingen modern. Mainz und Rheinhessen vertreten Deutschland im internationalen Club der Great Wine Capitals.
Saale-Unstrut: Das Qualitätsweinanbaugebiet ist 665 Hektar groß. Saale-Unstrut. Die Flusstäler und durch den Terrassenweinbau geprägten Landschaften versprühen ein mediterranes Flair. Schon vor über 1000 Jahren frönte das Kaiserreich der Ottonen dem Weinbau an Saale und Unstrut.
Sachsen: Das sächsische Weinanbaugebiet ist das nordöstlichste und eines der kleinsten in Europa. An der Elbe wird seit 850 Jahren Weinbau betrieben. Sachsen besitzt eine sehr große Rebsortenvielfalt. Nur noch hier wird der Goldriesling angebaut. Der größte Teil der sächsischen Weine wird vor Ort getrunken und stellt deshalb deutschlandweit eine Rarität dar.
Württemberg: Mit 80% Rotweinanteil besitzt das Gebiet die mengenmäßig größte Rotweinerzeugung in Deutschland. Württemberg zeichnet sich durch seine besondere Sortenvielfalt aus. Lemberger und Trollinger werden fast ausschließlich hier angebaut. Viele bedeutende Neuzüchtungen wie zum Beispiel der Dornfelder stammen aus Württemberg.
Mehr Infos, wie z.B. regionale Besonderheiten der Anbaugebiete und Weintourismus, gibt es hier

Weinanbaugebiete in Deutschland -Teil 1 Januar 20, 2010 | 12:11 pm
Seit mehr als 2000 Jahre wird in Deutschland Wein angebaut. Im Verlauf der Zeit haben sich deutsche Weine international ein hohes Ansehen erarbeitet. Hinzu kommt, dass das Weinland Deutschland bekannt ist für seinen Variantenreichtum: Die 13 Anbaugebiete hier sind aufgrund unterschiedlicher Klimabedingungen sehr verschieden.
1. Ahr: Die Ahr gilt als “Rotweinparadies” Deutschlands. Neben dem Spätburgunder zählt der als ebenso wertvoll eingeschätzte Frühburgunder zu den Spezialitäten der Region. Die Spitzenweine der Ahr können an den Steilhängen nur mit großen Mühen erzeugt werden.
2. Baden: Durch das Gebirge des Odenwalds und des Schwarzwalds einerseits und die Vogesen andererseits herrscht in der Oberrheinischen Tiefebene das sonnigste und wärmste, fast mediterrane, Klima Deutschlands. Das milde Klima und der gute Boden machen Baden zu einem der besten Weinbaugebiete Europas.
3. Franken: Franken ist eine der modernsten Weinregionen weltweit mit international prämierten Spitzenweinen und moderner Weinarchitektur. Die Weinkultur folg einer langen Tradition und ist bereits Jahrhunderte alt. Der Lieblingswein von Goethe stammte aus dieser Region.
4. Hessische Bergstraße: Urkundlich erstmals erwähnt wird der Bergsträßer Weinbau im 8. Jahrhundert. Heute ist die Hessische Bergstraße das kleinste der 13 deutschen Anbaugebiete. Das Gebiet besteht aus zwei räumlich getrennten Bereichen: “Starkenburg” und “Odenwälder Weininsel”.
5. Mittelrhein: Das Weinanbaugebiet erstreckt sich entlang des Rheins auf einem 120 Kilometer langen Abschnitt zwischen Bingen und Bonn. Das “Siebengebirge” und die “Loreley” teilen das Gebiet weinrechtlich in zwei Bereiche. Der südliche Teil zwischen Koblenz und Bingen wurde 2002 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.
6. Mosel: Die Moselregion ist die älteste deutsche Weinregion und das größte Steillagenweinbaugebiet. Der steilste Weinberg Europas, der Calmont mit 68 Grad Steigung, liegt an der Mosel. Die Rieslingweine von Mosel, Saar und Ruwer zählen zu den besten Weißweinen der Welt.