Wie die Weinernte ausfällt, hängt ganz vom Klima ab. Je wärmer, desto besser. Daher tut der Klimawandel den Weinbauern in Deutschland gutes.
Zwar klagen viele Landwirte über die Auswirkungen des Klimawandels, da trockene und heiße Sommer die Ernte oft vernichten, die Weinbauern aber freut es. Sonne und Wärme sind gut für die Weinernte, kommen die süßen Reben doch ursprünglich aus den warmen südlichen Gefilden Europas. So erfreuen sich die deutschen Winzer in den vergangenen Jahren über besonders reichhaltige und frühe Ernten, der Zuckergehalt fällt auch höher aus, als sonst.

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Die wärmeren Temperaturen infolge des Klimawandels laufe für die Weinbauern „absolut in die richtige Richtung”, so der Präsident des Verbandes deutscher Prädikatsweingüter (VDP), Steffen Christmann. In den 60er und 70er Jahren gab es so noch oft Reifeprobleme, die Sommer waren nicht warm genug, um die Trauben zur Vollreife zu bringen. „Jetzt erreichen wir jedes Jahr Vollreife und sind sehr glücklich darüber”, sagt Steffen Christmann. Sollte es infolge des Klimawandels zu warm werden, können die Bauern eingreifen: ein Laubdach über den Reben verhindert, dass die Weintrauben unter der starken Hitze verbrennen.
Durch die heißer gewordenen Sommer verändern sich auch die Anbaumethoden. In einigen Anbaugebieten an der Mosel suchen viele Winzer sogar schattenreichere Orte, um dem Wein die optimale Sonnendosis zu geben. Vor allem der Rotweinanbau profitiert von den neuen Bedingungen: zusätzliche Wärme sorgt hier für einen enormen Qualitätsschub.
Einzig der Eiswein bereitet den Winzern Probleme. Oft war es im November oder Dezember einfach nicht kalt genug, um Eisweintrauben zu ernten. Zudem steigt mit der zunehmenden Wärme die Gefahr des Schädlingsbefalls. Durch die milden Temperaturen siedeln sich jetzt Schädlinge in Deutschland an, die bislang nur in mediterranen Gebieten vorzufinden waren.

