Langlauf-Weine Mai 19, 2010 | 02:17 pm

Deutsche Winzer widmen sich wieder verstärkt sogenannten Langlauf-Weinen. Darunter sind Rotweine zu verstehen, die erst nach einiger Zeit ihren vollen Geschmack preisgeben. Diese Rotweine haben eine längere Entwicklung und daher auch eine längere Reifezeit. Langlauf-Weine entfalten ihre Aromen demnach erst nach der Öffnung im Laufe des Abends. Man sagt ihnen nach, dass der letzte Schluck der Beste sei. Jedoch sollten die Räumlichkeiten keine Temperaturen über 20 Grad Celsius aufweisen, da sich in warmen Räumen die Aromen des Weines verflüchtigen. Früher waren solche Weine selbstverständlich, wurden jedoch von den Publikumsweinen, die sofort nach der Öffnung schmecken und getrunken werden, abgelöst. Der Vorteil für den heimischen Weingenießer ist, dass man nach dem Genuss eines Glases den Langlauf-Wein wieder verschließen und am nächsten Abend erneut trinken kann. Dieser offenbart auch nach Tagen noch seinen vollen Geschmack und präsentiert neue Nuancen.

Langlauf- Weine sind vergleichsmäßig teurer als Publikumsweine, da sie auf eine längere Lagerung angewiesen sind. Jedoch gibt es vereinzelt Weingüter in Hessen die mit einem soliden Preis-/ Leitungsverhältnis glänzen. Das Weingut Hedesheimer Hof in Rheinhessen unter der Leitung von Herrn Beck bietet beispielsweise eindrucksvolle Spätburgunder, die in den Primäraromen nach Himbeere und in den Sekundäraromen noch nach Tagen nach Brombeere und Rote Beete schmecken. Dieser Pinot Noir ist für 12,50 Euro zu haben und ist damit deutlich günstiger als andere deutsche Langlauf-Weine.

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