bedrohter Weinanbau Mai 25, 2010 | 02:03 pm
© Siegbert Pinger / PIXELIO

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Der Hochmoselübergang ist ein Bauprojekt welches bereits in den 60er Jahren beschlossen wurde. Damals wurde geplant eine Brücke zu bauen, die das gesamte Moseltal  überqueren sollte, um die Eifel mit dem Hunsrück verkehrstechnisch zu verbinden. Die Baukosten waren jedoch astronomisch hoch und so wurde das Projekt wegen Unfinanzierbarkeit wieder eingestellt. Immer wieder wurde über das Projekt in den letzten Jahren nachgedacht. Der Weltwirtschaftskrise und dem in Berlin beschlossenen Konjunkturpaket sei Dank graben seit Frühjahr 2009 an der Mosel die Bagger und der geplante Hochmoselübergang wird Wirklichkeit.

Die Brücke zwischen Eifel und Hunsrück wird 160 Meter hoch und 1,7 Kilometer lang sein. Insgesamt wird der Bau mehr als 250 Millionen Euro kosten. Schön für alle Autofahrer die gerne Ausblick haben, schlecht für zwei der wichtigsten Faktoren der Region: der Tourismus und der Weinanbau. Nicht nur das die Brücke eine atemberaubende Kulturlandschaft zerstört, sie quert auch genau die berühmtesten Weinlagen der Region. Denn an der Mosel liegen die Wehlener Sonnenuhr, das Graacher Himmelreich und der Ürziger Würzgarten. Allesamt gelten zu den absoluten Spitzenlagen der Weinwelt. Ihr empfindliches Mikroklima und der Wasserhaushalt würden durch die vierspurige Bundesstrasse der Brücke beeinflusst und gestört werden.

Viele Weinkenner und -kritiker sind auf die Barrikaden gegangen und mittlerweile ist der Protest gegen den Hochmoselübergang ein nationales Thema. Internationale Verfechter, neu gegründete Bündnisse und politische Größen wie Renate Künast oder Joschka Fischer versuchen den Bau Ruder erneut zu verhindern, damit die sensiblen Weinlagen der Moselregion nicht durch einen Stahlkoloss a `la BRD Wirtschaftswunder zerstört werden. Nähere Informationen unter zeit.de.

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