Der richtige Wein zum Grillvergnügen Juli 22, 2010 | 03:00 pm

In Deutschland ist momentan nicht nur Hochsommer, es ist auch Grillsaison. Abend für Abend zieht es tausende in die Parks oder den heimischen Garten, um zu Grillen. Meist wird beim Grillen, passend zu Würstchen und Steak, Bier serviert. Doch es muss nicht immer Deftig sein. Auch Fisch, Gemüse und Geflügel kann gegrillt werden – dazu passt dann auch ein Wein anstelle von Bier. Doch nicht alle Weine passen zum Grillgenuss.

Da Grillen eine entspannte und lockere Angelegenheit ist, darf auch der Wein nicht zu speziell sein. Ein Cabernet Sauvignon oder ein Chardonnay eignen sich hier nicht. Die schweren, intensiven Aromen beißen sich mit den vielen unterschiedlichen Dips und Marinaden, passender ist ein leichter, einfacher Wein. Ein leichter Weißwein mit mäßigem Säuregehalt und wenig Alkohol, ein fruchtig-milder Rosésind hier die idealen Begleiter.

Wichtig ist die richtige Kühlung: Ein Weißwein darf nicht zu warm sein, ideal ist eine Kühlschranktemperatur von sechst bis acht Grad. Um den Wein auch im Garten frisch zu halten, eignet sich ein Weinkühler. Alternativ erfüllt auch ein Eimer mit Wasser und reichlich Eiswürfeln seinen Zweck.

Der richtige Wein zum Grillvergnügen ist also einfach gefunden: Ein milder Weißwein, ein fruchtiger Rosé und dem Weingenuss steht nichts mehr im Wege.

Weinlagerung: Damit der Wein auch nach längerer Lagerung schmeckt Juli 13, 2010 | 01:24 pm

Nicht jeder Wein muss in einem dunklen, kühlen Schlosskeller lagern, auch ein eigener Keller ist nicht unbedingt nötig, um einen kleinen Weinvorrat anzulegen. Dennoch gilt es ein paar Regeln zu befolgen, denn jeder noch so gute Wein kann durch falsche Lagerung sein Aroma verlieren.

Schmeckt der Wein plötzlich nach Essig, ist die Ursache meist eine unsachgemäße Lagerung. Aber nicht jeder Wein, wie viele Glauben, muss lange liegen, um sein volles Aroma zu entfachen. Im Fachhandel gibt es zahlreiche Weine, die „jung getrunken“ werden können. Doch wer sich sich einen Vorrat teurerer Weine anlegen möchte, sollte folgende Regeln beachten:

Weinflaschen mit Naturkork müssen liegend gelagert werden, damit der Kork nicht austrocknet. Für Flaschen mit Kunststoffkorken oder Schraubverschluss gilt dies nicht – sie können auch stehend gelagert werden. Was die Lagertemperatur angeht, rät Weinexperte Otto Geisel dazu, die Flasche nicht kühler als 6 Grad und nicht wärmer als 22 Grad Celsius zu lagern. Je höher die Temperatur, desto schneller der Reifungsprozess.

Generell gilt die Regel, dass kein Wein extreme mag. Weder zu warm, noch zu kalt – weder zu hell, noch zu dunkel. Optimal ist daher ein relativ kühler, schattiger Ort, der vor direkter Sonneneinstrahlung und schwankenden Temperaturen geschützt ist. Dann sollte jeder Wein zwei bis drei Jahre lagerbar sein.

Über Wochen im Kühlschrank gelagerte Weißweine und Sekte bedeuten den totalen Aromaverlust eines jeden Tropfens. . “Der Wein wird tot gekühlt”, so Geisel.

der perfekte Sommerwein Juli 7, 2010 | 12:41 pm

Jetzt wo der Sommer da ist und die Temperaturen einen schwitzen lassen, eignen sich nicht alle Getränke für einen erfrischenden kühlen Genuss. Bier und Rotweine sind oft zu schwer und steigen bei der Wärme schnell zu Kopf. Besser für den Sommer geeignet sind Weißweine. Besonders empfehlenswert ist der weiße Burgunder.

Weiße Burgunderweine passen gut zu leichten Speisen und hohen Temperaturen, da sie  kühl getrunken werden und zart nach Zitrusfrüchten riechen. Dabei muss es auch nicht unbedingt ein französischer Burgunder sein, denn auch deutsche Kellereien zaubern den weißen Pinot. Vorreiter sind unter Anderem die Weinregionen Baden, Pfalz und Rheinhessen. Der Weißburgunder ist ebenso in den nördlichen Weinregionen Sachsens und der Saale-Unstrut Region eine absolute Spezialität. Die Entstehung des Weißburgunders ist umstritten, Experten sagen jedoch, dass dieser aus dem Grauburgunder entstanden sei. Zu seiner Familie zählen ebenso die burgunderähnlichen Sorten Chardonnay und Auxerrois.

Burgunderweine zeichnen sich durch ihre natürliche Säure und fruchtige Note aus. Die französischen Burgunder sind im Gegensatz zu den deutschen Weinen trockener und besitzen mehr Kraft und Körper, wie Weinkenner verlautbaren. Wem die Säure nicht bekommt, dem wird der filigranere Auxerrois empfohlen, der mit seiner deutlich dezenteren Note perfekt zu sommerlichen Salaten und Fisch schmeckt. Doch Vorsicht: Weißburgunder sollten nicht zu kalt getrunken werden. Wenn die Temperatur unter acht Grad liegt, verlieren Weißweine an Aroma. Mehr über den weißen Burgunder unter spiegel.de.

die Wiener Winzerin Juni 28, 2010 | 04:27 pm

Jutta Ambrositsch ist Winzerin in Wien. Doch nicht nur irgendeine, sondern eine die sich in relativ kurzer Zeit einen Namen gemacht hat und den Wiener Wein in aller Munde bringt. Die gelernte Werbegrafikerein hatte mit Anfang dreißig keine Lust mehr auf ihren monotonen Job und entschied sich zu ihren Wurzeln zurückzukehren. Ihr Eltern betreiben eine Fortswirtschaft im Burgenland und dieser Natursinn bestärkte sie etwas Bodenständigeres zu machen. Zunächst betrieb sie als Hobby einen Weingarten im Südburgenland, eh sie beschloss in ihrer Wahlheimat Wien auf die Suche nach geeigneten Weinhängen zu gehen. Erst nach ein paar Telefonaten wurde ihr Wunsch ernst genommen und der Obmann des Weinvebandes verkaufte ihr ein Stück seines eigenen Weingartens am Nussberg. Dieser Berg gehört zur besten Weinlage der Region.

Zum Glück, denn Jutta Ambrositsch hat schnell gelernt und produziert seitdem Riesling, Grünen Veltliner und einen Gemischten Satz in bester Qualität, die größtenteils nach New York verkauft werden und in der Spitzengastronomie zu finden sind. In New York gibt es nämlich überdurchschnittlich viele österreichische Köche, die gerne heimische Weine anbieten. Besonders schön ist weiterhin, dass sie den alten Heurigen, die oftmals leer stehen, neues Leben einhaucht, indem sie Freunde zu einem Ausschank einlädt und den Wiener Wein wieder unter Leute bringt.

Champagner Juni 16, 2010 | 01:21 pm
© Rainer Sturm / PIXELIO

© Rainer Sturm / PIXELIO

Er ist in aller Munde, doch was ist er eigentlich genau? Der Champagner, oft mit Sekt verglichen, ist ein Schaumwein der in dem französischen Weinanbaugebiet der Champagne angebaut und gekeltert wird. Die Kohlensäure entsteht bei einer zweiten Gärung in der Flasche. Seinen unverwechselbaren Geschmack erhält er, da die Champagne an der nordöstlichsten Grenze des Weinanbaus in Frankreichs liegt und das Klima der Region ihm eine frische Säure verschafft.

Die Grundweine können aus verschiedenen Jahrgängen kommen, deshalb findet man selten eine Jahrgangsbezeichnung auf dem Etikett. Nur in besonders guten Jahren stellen Winzer teure Jahrgangsweine her. Da er ein Schaumwein ist, kann man den Vergleich mit Sekt durchaus ziehen, jedoch wird er nach besonders strengen und festen Regeln produziert und ist durch die Bezeichnung “Champgane” markenrechtlich geschützt. Von allen Schaumweinen , die je nach Produktionsland Sekt, Spumante oder Cava bezeichnet werden ist der Champagner der am strengsten kontrollierteste Schaumwein. Er hält folgende Kriterien rigoros ein: das Anbaugebiet, Anbauvorschriften, Handlese, Pressung, Gärung sowie die Mindestlagerzeit auf der Hefe. Die Flaschen in denen der Champagner abgefüllt wird, müssen wegen der zweiten Gärung in der Flasche dem entstehenden Druck standhalten. Hierfür dient die konische Vertiefung am Flaschenboden, die üblicherweise als Tragehilfe verwechselt wird. Ein echter Champagner zeichnet sich durch seine Perlung und seinen unverwechselbaren frischen, zitrusähnlichem Geschmack aus.

Wein zur Weltmeisterschaft Juni 9, 2010 | 01:04 pm

Das noch junge Weinland Südafrika will den Fussballfans zur anstehenden Weltmeisterschaft ihren Wein schmackhaft machen. Die Weinlese ist gerade beendet und in der Zeit der Fußballweltmeisterschaft vom 11.06 bis 11.07 finden eh viele Weinfestivals im Hauptanbaugebiet rund um Kapstadt statt. Man hoffe auf den Werbeeffekt, so Belinda van Eyssen, Kellermeisterin bei Südafrikas größter Weingenossenschaft, KWV in Paarl. Viele Kellereien werden wohl ihre eigenen WM Weine auf den Markt bringen um die Gaumen des internationalen sportbegeisterten Publikum zu erfreuen. Da zur Zeit Winter in Südafrika ist bietet sich laut Belinda van Eyssen der rote Pinotage an. Diese nur in der Region angebaute Rebsorte gilt als “Spaßwein” und soll die Weine vom Kap international bekannter und beliebter machen. Zur Freude der Kellereien war der jüngste Weinjahrgang aussergwöhnlich gut und daher wie gemacht um einen guten Ruf während der Fußballweltmeisterschaft zu hinterlassen.

Versteigerung von Weinen Juni 2, 2010 | 12:53 pm

Das Pariser Gourmetrestaurant La Tour D`argent hat seine besten Weine versteigert und ganz Frankreich fieberte mit. Im berühmtesten Weinkeller der Welt liegen 450000 Flaschen der besten Weine Frankreichs. Der Besitzer David Ridgeway wollte Platz schaffen und sich von denen trennen, die von den Gästen des Restaurants nicht geordert werden. Zumeist aus dem Grund, dass diese Weine allesamt sehr am Geldbeutel nagen. Die Weine aus Ridgeways Keller werden alle bestens gelagert, da der Weinprofi perfektionistisch auf die Quaität der Weine und deren Lagerung achtet. So werden die Weine ausschließlich vom Produzenten bezogen, während Hitze- und Kälteperioden nicht transportiert und die Luftfeuchtigkeit des Weinkellers wird seit mehr als 30 Jahren konstant bei 80 Protzent gehalten. Das hinterlässt zwar Spuren am Etikett, dafür wird der empfindliche Korken am wenigstens angegriffen und die Qualität des Weines bleibt erhalten.

© Cisco Ripac / PIXELIO

© Cisco Ripac / PIXELIO

An der Versteigerung nahmen hauptsächlich Profis und Liebhaber statt. Zwei Auktionatoren verbreiteten eine fröhlich neugierige Stimmung und fingen die unzähligen Gebote per Handzeichen, Anruf oder Internetmitteilung ein. Die Schätzwerte der Weine lagen alle deutlich unterm Marktwerkt und so ging beispielsweise ein weißer Château Haut-Brion aus dem Jahre 1985 anstatt des geschätzten Wertes von 900 Euro für das Doppelte an einen Asiaten weg. Weinliebhabern mag bei den seltenen und qualitativ hochwertigsten Weinen der Welt das Herz aufgegangen sein, doch wer Beute machen wollte, der musste sich zügeln vorschnell zu bieten. Denn manch ein Wein schien einfach unerreichbar weit weg. Informationen zu finden unter zeit.de.

bedrohter Weinanbau Mai 25, 2010 | 02:03 pm
© Siegbert Pinger / PIXELIO

© Siegbert Pinger / PIXELIO

Der Hochmoselübergang ist ein Bauprojekt welches bereits in den 60er Jahren beschlossen wurde. Damals wurde geplant eine Brücke zu bauen, die das gesamte Moseltal  überqueren sollte, um die Eifel mit dem Hunsrück verkehrstechnisch zu verbinden. Die Baukosten waren jedoch astronomisch hoch und so wurde das Projekt wegen Unfinanzierbarkeit wieder eingestellt. Immer wieder wurde über das Projekt in den letzten Jahren nachgedacht. Der Weltwirtschaftskrise und dem in Berlin beschlossenen Konjunkturpaket sei Dank graben seit Frühjahr 2009 an der Mosel die Bagger und der geplante Hochmoselübergang wird Wirklichkeit.

Die Brücke zwischen Eifel und Hunsrück wird 160 Meter hoch und 1,7 Kilometer lang sein. Insgesamt wird der Bau mehr als 250 Millionen Euro kosten. Schön für alle Autofahrer die gerne Ausblick haben, schlecht für zwei der wichtigsten Faktoren der Region: der Tourismus und der Weinanbau. Nicht nur das die Brücke eine atemberaubende Kulturlandschaft zerstört, sie quert auch genau die berühmtesten Weinlagen der Region. Denn an der Mosel liegen die Wehlener Sonnenuhr, das Graacher Himmelreich und der Ürziger Würzgarten. Allesamt gelten zu den absoluten Spitzenlagen der Weinwelt. Ihr empfindliches Mikroklima und der Wasserhaushalt würden durch die vierspurige Bundesstrasse der Brücke beeinflusst und gestört werden.

Viele Weinkenner und -kritiker sind auf die Barrikaden gegangen und mittlerweile ist der Protest gegen den Hochmoselübergang ein nationales Thema. Internationale Verfechter, neu gegründete Bündnisse und politische Größen wie Renate Künast oder Joschka Fischer versuchen den Bau Ruder erneut zu verhindern, damit die sensiblen Weinlagen der Moselregion nicht durch einen Stahlkoloss a `la BRD Wirtschaftswunder zerstört werden. Nähere Informationen unter zeit.de.

Langlauf-Weine Mai 19, 2010 | 02:17 pm

Deutsche Winzer widmen sich wieder verstärkt sogenannten Langlauf-Weinen. Darunter sind Rotweine zu verstehen, die erst nach einiger Zeit ihren vollen Geschmack preisgeben. Diese Rotweine haben eine längere Entwicklung und daher auch eine längere Reifezeit. Langlauf-Weine entfalten ihre Aromen demnach erst nach der Öffnung im Laufe des Abends. Man sagt ihnen nach, dass der letzte Schluck der Beste sei. Jedoch sollten die Räumlichkeiten keine Temperaturen über 20 Grad Celsius aufweisen, da sich in warmen Räumen die Aromen des Weines verflüchtigen. Früher waren solche Weine selbstverständlich, wurden jedoch von den Publikumsweinen, die sofort nach der Öffnung schmecken und getrunken werden, abgelöst. Der Vorteil für den heimischen Weingenießer ist, dass man nach dem Genuss eines Glases den Langlauf-Wein wieder verschließen und am nächsten Abend erneut trinken kann. Dieser offenbart auch nach Tagen noch seinen vollen Geschmack und präsentiert neue Nuancen.

Langlauf- Weine sind vergleichsmäßig teurer als Publikumsweine, da sie auf eine längere Lagerung angewiesen sind. Jedoch gibt es vereinzelt Weingüter in Hessen die mit einem soliden Preis-/ Leitungsverhältnis glänzen. Das Weingut Hedesheimer Hof in Rheinhessen unter der Leitung von Herrn Beck bietet beispielsweise eindrucksvolle Spätburgunder, die in den Primäraromen nach Himbeere und in den Sekundäraromen noch nach Tagen nach Brombeere und Rote Beete schmecken. Dieser Pinot Noir ist für 12,50 Euro zu haben und ist damit deutlich günstiger als andere deutsche Langlauf-Weine.

Wein Universität Mai 10, 2010 | 12:02 pm

An der Hochschule RheinMain in Geisenheim kann man Weinbau, Getränketechnologie und Weinwirtschaft studieren. Die Forschungsanstalt in Geisenheim ist eine der ältesten Einrichtungen des Wein- und Gartenbaus im deutschsprachigen Raum und hat seit ein paar Jahren verstärkten Zulauf.

Seitdem Wein zu einem Trendgetränk geworden ist, staunt Professor Hans Reiner Schultz in seinen Vorlesungen über die vermehrte Anzahl an Studenten in seinem Alter. Viele von ihnen stehen mit beiden Beinen im Berufsleben und träumen davon nach der Rente oder bereits früher sich den Traum eines eigenen Weinguts zu erfüllen. Das eigene Weingut hat viel mit Entschleunigung und Aussteigermentalität zu tun. Selbst die Medien glorifizieren diesen Trend. So nimmt sich der Film “Ein gutes Jahr” mit Russel Crow dem Thema an und selbst Gérard Depardieu produziert selbst Wein. All diese Einstellungen setzen Zeichen und finden viele Nachahmer, sagt Schultz. Unter den derzeit 1150 Studenten auf dem Campus sind über 50 Prozent Quereinsteiger, also Personen die in ihrem Leben noch nie etwas mit Wein oder Weinanbau zu tun hatten.

Seit Mitte der 90er-Jahre gibt es einen deutlichen Boom in der Weinbranche zu verzeichnen. Hatten vor 30 Jahren die Betriebe noch Schwierigkeiten Auszubildene zu finden, so gilt der deutsche Riesling heute als cool. Neuerdings gibt es sogar den Bachelorstudiengang “Internationale Weinwirtschaft” in Geisenheim, der vermehrt Studierende aus den nichtklassischen Weinregionen anzieht. So bewerben sich jährlich Weinfans aus Ost- und Nordeuropa für diesen Studiengang, was wohl mit dem Klimawandel und der sich nach Norden verschiebenden Grenze des Weinanbaus zu tun haben könnte, philosophiert Hans Reiner Schultz mit einem Lächeln auf den Lippen. Ein ausführlicher Artikel zu diesem Thema ist unter welt.de. zu finden.